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Pferdefreunde trauern um Detlev Behrens

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Detlev Behrens 300hMerkendorf. Der Landwirt, Pferdezüchter, Reiter, Turnierrichter, Bürgermeister und Gemeindevertreter und langjähriger Funktionär im Reitsport, Detlev Behrens, ist am 2. Dezember 2017 im Alter von 86 Jahren verstorben.

Eine derjenigen Personen, die den Reitsport und die Reitpferdezucht in unserer Region bestens kennt, ist der Landwirt Detlev Behrens aus Merkendorf bei Neustadt. Der ehemalige ehrenamtliche Bürgermeister seiner Gemeinde war 32 Jahre lang Vorsitzender des Reiterbundes Ostholstein und einer der viel gefragtesten Richter auf Reitturnieren sowie Züchter von Oldenburger, Trakehner und Holsteiner Pferden. Detlev Behrens ist Ehrenmitglied des Reiterbundes Ostholstein und des Reit- und Fahrvereins Neustadt, dem er seit über 50 Jahren angehörte. Außerdem ist er Inhaber der Goldenen Ehrennadel des RuF Neustadt und des Ostholsteinischen Reitervereins (ORV) Malente-Eutin.

Detlev Behrens hat in seinem Archiv nicht nur umfangreiches Material gesammelt, er hat auch das, was den Reitsport und die Pferdezucht der vergangenen fast 70 Jahre in Ostholstein bewegt hat, bis zu letzt in seinem Gedächtnis gehabt. So erinnert er sich vor einiger Zeit vor allem an die Zeit, in der die Turniere in Malente nicht nur auf dem Turnierplatz „aus allen Nähten“ platzten, sondern auch dass die Zuschauer in Scharen kamen. Anfang der 50er Jahre auf den Turnieren in Malente waren in drei Restaurants und Hotels jeweils ein Reiterball, „und überall war es brechend voll“, wie Detlev Behrens sich erinnerte.

Er erinnerte sich an die ersten Turniere In Oldenburg und Putlos. Aber es gab auch Turniere in Ahrensbök, Schwartau am Riesebusch, Timmendorfer Strand, Neustadt und Lensahn. In Lensahn war das Turnier auf dem Weg nach Harmsdorf, „auf dem Platz, wo jetzt die Landwirtschaftsschule beim Sportplatz ist, den hatte ja der Erbgroßherzog dem Reiterverein geschenkt.“

Detlev Behrens übernahm im Alter von 20 Jahren den Neustädter Verein mit Schulden in der Vereinskasse. Bei der Volksbank war das Konto eingerichtet „und die nahmen keine Zinsen“, sagte Behrens weiter, „das stelle man sich heute mal vor.“

Bereits in den 20er Jahren wurde auf den Turnieren in Malente das Wetten eingesetzt. Mehr als 200.000 Mark wurden dabei umgesetzt. Ursprünglich gab es Reitervereine in Schönwalde und in Bosau. Diese sind später aufgrund von Mangel an Mitgliedern eingegangen, „die waren einfach zu klein. Das war in den 50iger Jahren, da war da nichts mehr los. Die Jungen fuhren Motorräder, da ging es mit dem Reitsport rapide runter.“

Doch in den zurückliegenden Jahren war Detlev Behrens verstärkt als Richter auf wohl allen Dressur- und Spring-Turnieren in Norddeutschland unterwegs und hat dabei immer wieder mit seiner Fachkunde die Herzen der Reiter höherschlagen lassen. Der Reitsport und die Pferdezucht verlieren durch den Tod von Detlev Behrens eine hochgeachtete und geschätzte Persönlichkeit.
Am 8. Dezember wird Detlev Behrens auf dem Friedhof in Altenkrempe beigesetzt.

Rolf Röhling

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